Vortrag und Ausstellung im Courage

„Die ist erst schön, wenn sie brennt!“*

Antisemitismus in Sachsen in Geschichte und Gegenwart

Neben einer Annäherung an den Begriff „Antisemitismus“ wird an ausgewählten Schwerpunkten die Entwicklung antisemtischer Erscheinungen und Vorurteile vom 19. Jahrhundert bis in die Gegenwart unter besonderer Berücksichtigung sächsischer Gegebenheiten nachvollzogen.

Vortrag mit Solvejg Höppner; Dipl.hist., Mitarbeiterin im Mobilen Bratungsteam des Kulturbüro Sachsen e. V.

Ort: Cafe Courage Beginn 19.00 Uhr Eintritt ist frei.

* Ausspruch eines Schülers im Rahmen des Religionsunterrichtes vor der Synagoge in Dresden

Die Wanderausstellung „Juden in Sachsen“ ist noch bis zum 30. Januar im Café Courage zu sehen ist.

Die Ausstellung richtet sich in erster Linie an junge Leute zwischen 14 – 20 Jahre aber auch an interessierte Erwachsene.
Sie soll zum einen das Spezifische der Geschichte der Juden in Sachsen verdeutlichen und zum anderen Grundkenntnisse zum Leben der jüdischen Minderheit in Sachsen vermitteln. Sie geht auf die Fragen des Antijudaismus und Antisemitismus der Integration und Segregation
ein und regt dazu an auch in Döbeln und im neuen Landkreis Mittelsachsen den Spuren jüdischen Lebens nachzugehen.

Denn wer weiß schon, dass die „Judenordnung“ Heinrich des Erlauchten von 1265 eine weitgehende privatrechtliche Gleichstellung der in Sachsen siedelnden Juden mit christlichen Bürgern und deren nahezu ungehinderte Ausübung ihrer Religion, regelte, dass 1430 Kurfürst Friedrich der Sanftmütige wiederum die Vertreibung aller Juden aus Sachsen und Thüringen anordnete und Juden erst über 250 Jahre später, unter August dem Starken (1670 – 1733) wieder in Sachsen siedeln durften.

„Juden in Sachsen“ beleutet 1000 Jahre sächsisch-jüdische Kultur und Sozialgeschichte vom Mittelalterbis in die Gegenwart. Auch die Schicksale sächsischer Juden in der Zeit der Weimarer Rebulik des Nationalsozialismus werden dabei nicht ausgespart.

Über das Leben der wenigen in der DDR verbliebenen Juden können die Besucher sich ebenso informieren, wie über die Wiederbelebung der jüdischen Gemeinden durch russische Imigranten seit 1988 können die Besucher sich informieren.

Gegenwärtig leben wieder ca. 2700 Juden in Sachsen und es gibt jüdische Gemeinden in Leipzig, Chemnitz und Dresden.

Die Ausstellung wurde schon in den 1980ger Jahren in den Kirchen der DDR gezeigt, von Hatikva e.V. Dresden (mit Unterstützung der sächsischen Landeszentrale für politische Bildung) überarbeitet und ergänzt.

Besichtigt werden kann sie noch bis zum 30. Januar von Montag – Freitag 11.00 – 17.00 Uhr oder nach Absprache.

Für einzelne Besucher und Gruppen empfiehlt es sich einen Termin auszumachen, unter der Telefonnummer 03431 605330 oder unter 03431 605317. Der Eintritt ist frei.